Die erste schriftliche Eintragung über das Haus „Zum Esel“ in der Breitestraße stammt aus dem Jahre 1297. Bereits 1319 wird es als das „Brauhaus genannt zum Esel“ erwähnt. Dass dieses Haus zu jener Zeit ein Brauhaus war, weiß man spätestens seit dem Jahre 1400, als das Gebäude vom benachbarten Kloster St. Clara am Römerturm an GERHARD den Brauer verkauft wurde.

Schon seit dem frühen Mittelalter was das Braurecht immer nur an das Haus und nicht an eine Person gebunden. Es kann so mit Sicherheit angenommen werden, dass es sich bei dem Haus „Zum Esel“ bereits im Jahre 1297 um ein Brauhaus handelte.

Würde man kurz vor Ende des 18. Jahrhunderts abends den „Esel“ betreten haben, so hätte man im Hausflur wohl noch den kleinen Tisch in einer Ecke an der Wand vorgefunden. Es war der Platz für den Henker und seine Knechte. Hier dürften sie als „Unehrliche“ nur aus zerbrochenen, deckellosen Steinkrügen – niemals aus ganzen Gefäßen – ihr Bier trinken.

Wie alle besseren Brauhäuser hatte auch der „Esel“ eine allgemeine und eine Herrenstube. Beide waren einfach ausgestattet: die Wände bis auf Manneshöhe mit Eichenholz getäfelt, darüber „gewießt“. Tische und Bänke waren aus schwerem Eichenholz. Auf den Tischen brannten Talgkerzen. An den Wänden hingen auf Holzpflöcken, schön aufgereiht, die steinernen Bierkrüge mit Zinndeckeln. Man trank damals sein Bier nur aus diesen Gefäßen. Gläser waren noch viel zu teuer und deshalb für den Alltagsgebrauch nicht einsetzbar. Bedient wurden die Gäste von Brauknechten. Sie schleppten das Bier in großen bauchigen Steinkrügen aus dem Keller und füllten es in die Trinkgefäße.

Nach dem Tode des Brauers BADORFF wurde der „Bier-Esel“ vom Brauer Wirtfeld weitergeführt. Er hatte gute Kundschaft, und um die Zeit des Mittag- und Abendessens kamen die Zapfjungen selten zur Ruhe. Ununterbrochen wurden dann „Weiß“, „Lager“ oder „Jung“ gefordert. Die Übernahme des Rheinlandes durch die Preußen brachte viel Bewegung in das wirtschaftliche und soziale Gefüge der Stadt. Die Epoche war geprägt durch Neugründungen, Übernahme, Fusionen und Konkurse. Viele Brauereien überlebten die neue Zeit mit ihren gewaltigen Veränderungen nicht. So auch die Brauerei „Zum Esel“, die im Jahre 1873 ihre Pforten schließen musste. Der alte, sogenannte „Große Esel“ wurde abgerissen, und der Neubau dienste vorerst anderen Zwecken. Fast sechs Jahrhunderte Kölner Brautradition waren damit zu Ende.
Natürlich ging es weiter im Gasthaus „Bier-Esel“, nur anders als vorher. Denn ein neues und heut noch immer aktuelles Kapitel in der Geschichte des Hauses „zum Esel“ schrieb die Brauerei Gebr. SÜNNER, Köln-Kalk. Am 13. Februar 1892 erwarb sie das Anwesen vom damaligen Wirt und Eigentümer Hermann KUTH. Unter ihrer Leitung wurde das Haus schnell wieder zu der guten Adresse, die es besonders zu Beginn des 19. Jahrhunderts war.

Am 1. März 1912 übernahm Fritz AUSTERMÜHLE das Lokal. Mit der Spezialisierung auf frische Seemuscheln begründete er den ausgezeichneten gastronomischen ruf, der noch heute seine Gültigkeit hat. Voraussetzung dafür war die Freundschaft der Familie Sünner zu Muschelzüchtern an der Nordsee. Seit dieser Zeit wird der „Bier-Esel“ als „Erstes Kölner Muschelhaus“ in den Chroniken geführt.

In den späten 20er und den frühen 30er Jahren war Köln eine lebensfrohe, amüsierfreudige Stadt. Die Kölner Bürger liebten es auszugehen, gut zu essen und zu trinken. Bei frischem SÜNNER-Bräu, Kristall, Pils, Korn und Muscheln ließ man es sich im „Bier-Esel“ von Fritz AUSTERMÜHLE gut gehen.

Es war die Zeit der ruhe vor dem großen Sturm, der dann in den vielen schweren Bombenangriffen des 2. Weltkrieges das alte Köln total vernichtete. Auch der „Bier-Esel“ wurde ein Opfer dieser Zerstörung.

Der Wiederaufbau begann 1948. Als die Menschen wieder mehr ans Leben als ans Überleben dachten, erwachte auch der „Bier-Esel“ zu neuem Leben. Doch es dauerte noch bis 1962, ehe der alte Zustand des Restaurants und der Schänke wiederhergestellt war. Willy AUSTERMÜHLE hatte von seinem Vater das Gasthaus übernommen und führte es in der Tradition mit Erfolg weiter bis 1977.

Ab März 1977 begann man mit der Planung eines erneuten Umbaus, der sich über mehrere Jahre hinzog. Am 29. Oktober 1981 wurden die schwierigen Sanierungsarbeiten abgeschlossen, und die ersehnte Wiedereröffnung des „Bier-Esel“ unter dem Pächter Jürgen Dannewald konnte stattfinden.

Nach über 30 Jahren hat sich Jürgen Dannewald Ende April 2014 zur Ruhe gesetzt. Der Bier-Esel hat einen besonders hohen Stellenwert und soll in seiner Struktur so erhalten bleiben, wie ihn die Gäste schätzen. Unter diesen Voraussetzungen wird Alexander Manek nach einer Sanierungsphase im Sommer 2014 den Bier-Esel wiedereröffnen.

Der „Bier-Esel“ zählt heute in der Region zu den ersten Adressen für alle Freunde der sprichwörtlichen Kölschen Gastlichkeit. Hier genießt man die beliebten SÜNNER-Biere, -Brände und natürlich die berühmten Muschel-Spezialitäten. Lassen auch Sie sich verwöhnen in einem der traditionsreichsten Gasthäuser in Köln.